Etappe 5 Arezzo – Siena … Palio!

1.7.2018

Weiter geht’s Richtung Siena!

Die kurze Strecke von Arezzo nach Siena nutzen wir nochmal um abseits der Hauptstraßen interessante Entdeckungen zu machen. Leider war nirgends ein Mohn- oder Lavendelfelder zu erblicken, aber unsere Postkarten Motive hatten wir ja auch bereits.

 

Siena baute sich langsam vor uns auf, der Turm auf dem Il Campo war schon aus der Ferne zu sehen. Und wir näherten uns langsam dem Austragungsort des Palio!
War es doch Sandros sehnlichster Wunsch bei diesem Spektakel einmal in der Stadt zu sein, heute war es endlich so weit.

Der Palio, ist das wohl weltberühmte Pferderennen im Zentrum Sienas. Für vier Tage ist hier alles anderes, die Stadt ist im Ausnahmezustand. Alles bereitet sich auf dieses traditionsreiche Ereignis vor das mittlerweile zahlreiche Touristen anlockt.
Und das nicht ohne Grund Siena während des Palios ist unbeschreiblich aber wir versuchen es später dennoch

Zunächst aber suchten wir unsere Unterkunft. Etwas außerhalb von Siena gelegen, aber nur 15 min vom Zentrum entfernt mit einem traumhaften Blick in das Chianti Gebiet erwartete uns unser Appartment in Vignano.
Und auch hier herrschte Ausnahmezustand, Sandro und ich dachten zunächst es gibt hier mehrere Unterkünfte, tatsächlich aber waren wir die einzigen Gäste von Marcella neben ihrer kompletten Familie.

In einer wundervollen Herzlichkeit würden wir begrüßt und natürlich direkt auf das Großereignis in der Stadt hingewiesen. Alle Kinder inklusive Ehepartnern, Kinder und Haustiere unserer Gastgeberin sind gerade zu Besuch um gemeinsam den Palio zu zelebrieren. Es war einfach hinreißend zu sehen wie sich der Palio hier zu Feier einer Großfamilie entwickelte. Etwas das bei uns zuhause in dieser Form nicht stattfindet aber wirklich eindrucksvoll beschreibt was der Palio den Einwohnern Sienas bedeutet.

Schnell wurden wir noch über die einzig richtige Contrade ( Contraden sind … ) Turtuca informiert und zum großen Dinner für den heutigen Abend nach dem Probelauf eingeladen.
Es war einfach großartig!

Nun musste aber auch alles schnell gehen, denn 19.00 war es ja schließlich soweit und so fuhren nach und nach alle parkenden Autos, Motoräder und Vespers vom Hof und wir schnell hinterher!
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I did it my way.

Fiera in Arezzo

Jedes erste Wochenende im Monat wartet in Arezzo ein besonderes Ereignis. Der Fiera Antiquaria, der größte Antiquitätenmarkt Norditaliens, gehört für uns eigentlich bei jeder Italienreise ins Pflichtprogramm.

Und so sollte es auch heute sein! Der Tag begann für uns mal wieder mit einem köstlichen Frühstück und Sonnenschein. Für mich sogar mit Geschenken und Glückwünschen, denn heute ist ja mein Geburtstag

Wir steuerten das Centro storico an und direkt vom Prato, dem kleinen Park oberhalb der Stadt, konnten wir schon die ersten Stände entdecken.
Flohmärkte zu besuchen ist für uns immer großartig, kann man doch hier wahre Schätze finden oder zumindest staunen was sich so unter manchen Dachböden verbirgt. Das besondere am Antiquitäten Markt in Arezzo ist für uns, dass hier einfach ein komplett anderes Gesamtbild herrscht als auf den Märkten in Deutschland. Wir lieben den Flohmarkt an der Elbe und nutzen jeden uns möglichen Termin aber häufig ist es doch so dass die Händler und angebotenen Dinge sich kaum unterscheiden. In Arezzo sieht man einfach andere Sachen. Möbel aus verschiedenen Epochen, Kronleuchter in allen nur vorstellbaren Größen und Formen, Kunstwerke, Porzellan und auch immer wieder Kurioses.
Man kann hier ohne Probleme den ganzen Tag verbringen und entdeckt immer wieder neues. Allerdings und das ist der Haken an der Sache, die Preise sind wirklich gesalzen. Sicherlich kann man auch das ein oder andere Schnäppchen machen, kommt man aber mit dem Ziel hierher wird man enttäuscht sein.

Um 12.00 Uhr waren es bereits 31 Grad, also genau die richtige Temperatur für einen Geburtstags und Mittagscocktail!
Wir steuerten eine kleine Bar mit dem Namen „my way“ an. Wir nahmen draußen Platz an und ich bestellte: 2 Cafe‘ und 2 Negroni, einen Cocktail den die italienischen Carabinieri in dem von mir zuletzt gelesenen Roman immer um die Mittagszeit tranken. Der Kellner schaute mich recht verdutzt an aber das irritierte mich nicht weiter. Als er jedoch mit drei unterschiedlichen Spiritosen die zwei Gläser füllte und lediglich 3 Eiswürfel dazu gab verstand ich… Na ja… nun sei es so. Nach diesem Getränk brauchten wir dann unser Mittagessen, verständlicherweise.

Die Pizza schmeckte einfach köstlich und das sitzen im Schatten war gerade ideal.

Nach unserer ausgedehnten Pause ging es dann weiter durch die Gassen vorbei an den Marktständen auf der Suche nach nichts bestimmten.

Postkartenmotive

In Arezzo wohnen wir in der Ca De Frati, eine wunderschöne kleine Appartment Anlage. Sandro staunte über die Vielfalt der Pflanzen hier und ich freute mich über den Pool.

Aber für heute haben wir uns vorgenommen Montepulciano und das Val d’Orcia zu erkunden. Also musste der Pool noch warten und wir machten uns auf den Weg.

Wir steuerten zuerst Montepulciano an. Die kleine Stadt auf dem Hügel wird beschrieben als typisch toskanische Kleinstadt und wir waren vom ersten Moment an begeistert. Die Kopfsteinerpflastergassen zogen uns förmlich in die Stadt hinein und wir schlenderten einfach ziellos umher. Die angenehm kühlen Weinkeller welche man hier an jeder Ecke besichtigen und auch den berühmten Vino nobile kosten kann waren ein besonderes Highlight.

So verging die Zeit in Montepulciano wie im Flug und da wir noch das Val d’Orcia im Nachmittagslicht sehen wollten, fuhren wir weiter.

Eine Landschaft wie gemalt, heißt es doch häufig in den Beschreibungen der Toskana. Und wir waren schon immer begeistert von dem was wir entlang der Straßen auf unseren Fahrten sahen, aber das hier war einfach nur atemberaubend!

Das Val d‘ Orcia ist nicht umsonst Weltkulturerbe. Hat man doch hier das Gefühl plötzlich mitten in einer dieser bekannten Postkarten Idyllen zu stehen. Weite Felder durchzogen von Zypressenalleen, kleine Landgüter von Pinien umgegeben und das alles in den schönsten Farben des Sommers…
Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte, darum hier unsere Eindrücke von dieser Landschaft.